Topthemen - Tiefschläge

Persönliches Fiasko folgt dem finanziellen Debakel
Ein Konkurs stellt den Betroffenen nicht nur vor eine finanzielle, sondern auch eine nervliche Zerreißprobe. Davon weiß etwa Christian Striesenow zu berichten: Sein in der Elektrobranche
beheimatetes Unternehmen Innovator lief lange Zeit sehr gut. „Wir haben elektronische Klein- und Haushaltsgeräte aus dem Ausland importiert und erfolgreich an große Elektroketten abgesetzt“.
Dann bekamen wir aber Probleme mit Lieferanten – es traten Qualitätsmängel bei den Geräten auf. Daraufhin wurden diese Produkte von unseren Abnehmern zurückgeschickt und natürlich nicht bezahlt. Wir selbst hatten die fraglichen Geräte aber bereits bezahlt und weitere Rechnungen standen offen. Kurzum: Uns ging das Geld aus. Meine Eigenkapitaldecke war zu gering, meine Erfahrung als Jungunternehmer auch.“


Konkurs
Das Unternehmen war letztlich nicht mehr zu retten – in weiterer Folge schlitterte auch Herr Striesenow selbst als Geschäftsführer und Hälfte-Eigentümer in den Privatkonkurs. Die Konsequenz: Schuldenberg,
Arbeitslosigkeit und Lohnexekutionen. „ Ich habe mich aber nicht unterkriegen lassen. Mühsam habe ich die Schulden mit meiner Arbeit als Autoverkäufer wieder abgebaut“. Nach sieben Jahren am Existenzminimum ist Herr Striesenow jetzt wieder schuldenfrei.


Großauftrag
Noch dramatischer waren die Konsequenzen des Konkurses der Firma Datenfunktechnik für den Unternehmer Peter Mayer. Datenfunktechnik hatte Funkanlagen erzeugt und vertrieben – etwa für Notsprechanlagen an Autobahnen. „Das Unternehmen funktionierte sehr gut, der Umsatz verdoppelte sich Jahr für Jahr“, so Mayer.
 Dann kam der verhängnisvolle Großauftrag für die elektronische Ausstattung beim Ausbau der Südautobahn – Datenfunktechnik wurde als Subunternehmen von Siemens verpflichtet. „Nachdem wir die Anlagen errichtet hatten, warteten wir auf unser Geld – vergebens. Laut Vertrag musste Siemens erst nach Abschluss der Bauarbeiten vom Land bezahlt werden, bevor unsere Rechnungen beglichen würden. Siemens erhielt sein Geld verspätet, weil es bauliche Verzögerungen gegeben hatte.“ Mayer hatte wiederum die Aufwendungen für den Großauftrag teilweise fremdfinanziert und die Bank pochte auf Rückzahlungen. Gleichzeitig standen Umsatzsteuer-Vorauszahlung, Weihnachtsgeld, Sozialversicherungsbeiträge für die Mitarbeiter ins Haus.


Haftung
Datenfunktechnik ging in Konkurs, die Schulden konnten nicht abgebaut werden. Als Geschäftsführer haftet Mayer mit seinem Privatvermögen. „Mein Haus, Grundstück, Auto gingen verloren. Meine Ehe ist zerbrochen. Ganz offen: Ich habe versucht Selbstmord zu begehen. Zum Glück konnte das ein Mitarbeiter vereiteln und mich wortwörtlich vom Strick befreien.“ Heute ist Herr Mayer psychisch wieder gefestigt – seine finanzielle Lage bleibt aber weiterhin prekär, er lebt von der Notstandshilfe und befindet sich auf Jobsuche.


Quelle: Kurier



 
 
 
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