Venture Capital

Eine gute Geschäftsidee allein hilft nicht viel, wenn das nötige
Geld zur Umsetzung fehlt. Risikokapital kann die Lösung sein.
Kredite sind eine Möglichkeit zur Unternehmensfinanzierung, sie sind jedoch nur beschränkt für stark wachsende kleinere und mittlere Unternehmen geeignet.
Braucht ein Unternehmer für das geplante Wachstum allerdings ein- bis zweistellige Millionen-Euro-Beträge, dann werden so genannte Risikokapitalgeber interessant.
„Wir investieren in Unternehmen, die in der Regel weder „Börsereife“ besitzen, noch ausreichend Banksicherheiten bieten können“, erläutert Gerhard Fiala, Chef eines Finanzinvestors.
Das Risiko wird somit nicht nur vom Unternehmer, sondern auch vom Venturer bzw.
den Banken, Versicherungen und Pensionsfonds getragen, die in die Venture Fonds investieren.
Laut Fiala gibt es hierzulande noch „ausreichendes Potenzial“ für Risikokapital, da der heimische Beteiligungsmarkt im europäischen Vergleich mit Investitionen von 143 Mio. € im Vorjahr noch relativ klein und „underventured“ ist.
Fiala schränkt aber ein: „Von etwa100 evaluierten Unternehmen bleiben am Ende maximal fünf übrig, in die wir investieren.“
Highflyer
Aufgabe des Venturers sei es, die potenziellen Highflyer zu identifizieren und in diese zu investieren. „Das ist meist ein mehrmonatiger, komplexer Prozess.“
Zumeist würden sich interessierte Unternehmen direkt an den Venturer wenden, andere
würden von Beratern oder Banken vermittelt werden, oftmals geht man aber auch
aktiv auf potenzielle Unternehmen zu. „Gerade Familienunternehmen wollen oft nicht“, erzählt Fiala. Sie fürchten, Entscheidungsfreiheit einzubüßen. Daher müsse viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. „Wir nehmen uns operativ gänzlich heraus und reden nur in strategischen Belangen mit.“
„Dafür erhält der Unternehmer einen erfahrenen Partner sowie Eigenkapital, das die Bonität erhöht“, erläutert Ronald Herzog.
So wären leichter Fördermittel und Bankkredite zu bekommen, betont Fiala. In der Regel hält die Investor Firma, jedenfalls aber einen Minderheitsanteil. Vier bis fünf Jahre bleibt ein Venturer in der Regel investiert, dann steigt er – meist in Abstimmung mit den weiteren Gesellschaftern – aus. „Wir sind nur Partner auf Zeit“, stellt Herzog klar. In der Regel erfolgt ein Trade Sale,also der Verkauf an einen strategischen Investor, der aber nicht notwendigerweise ein Mitbewerber sein muss.
Manchmal kommt es auch zum Börsegang. „Der Unternehmensgründer kann beim Exit natürlich mitreden. Er bleibt in der Regel auch am Unternehmen beteiligt“, sagt Herzog. Die Geschäftsführung bleibe meist erhalten, weil der neue Eigentümer auf deren Know-how nicht verzichten mag.

Quelle:Kurier



 
 
 
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